Röntgenaufnahme einer dysplastischen Hüfte eines Hundes.
Unter einer Hüftdysplasie (HD) verstehen wir das Nicht–zueinander-Passen von Oberschenkelkopf zur Hüftpfanne. Die HD ist eine Krankheit, die sich im Laufe des Wachstums, also innerhalb des ersten Lebensjahres, ausbildet. Die Qualität der Hüftgelenke wird durch eine Röntgenaufnahme beurteilt. Bei Hunden wird diese Aufnahme ab einem Alter von 12 Monaten angefertigt, weil dann das Knochenwachstum weitestgehend abgeschlossen ist, beurteilen. Für eine gute Röntgenaufnahme ist eine Narkose unabdingbar, denn die unter Stress angespannten Muskeln des Hundes erschweren sowohl Lagerung als auch Interpretation der Hüfte immens. Durch die Verwendung sehr kurz wirkender Narkotika können die meisten Hunde aber innerhalb von einer Stunde nach der Röntgenuntersuchung schon wieder laufen.
Die Hüftqualität wird röntgenologisch in 5 Grade von A bis E, von sehr gut bis mangelhaft, unterteilt. In Zweifelsfällen ermöglicht eine zusätzlich zur Standardlagerung angefertigte weitere Röntgenaufnahme eine genauere Diagnose. Eine HD wird ausschließlich durch das Röntgenbild diagnostiziert!
Aus medizinischer Sicht ist die zusätzliche Untersuchung des Gangbildes (Ganganalyse) und die exakte Untersuchung auf Schmerzen und Verspannungen im gesamten Bewegungsapparat von erheblicher Bedeutung für die exakte Diagnose. Nur nach genauer klinischer Untersuchung in Kombination mit Röntgenbefunden kann im Gespräch zwischen Tierarzt und Besitzer die für den Patienten beste Vorgehensweise gefunden werden!
Vor allem bei leichter Hüftdysplasie kann die regelmäßige Gabe eines für den Hund verträglichen Schmerzmittels schon nach kurzer Zeit eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bewirken, sie verhindert aber nicht das Fortschreiten der Arthrose. Durch die Verabreichung von knorpelschützenden Medikamenten, z. B. Canosan®, wird die Pufferwirkung von Gelenkknorpel und Gelenkflüssigkeit unterstützt.
Chirurgische Methoden, vor allem bei schwereren Graden von HD, haben entweder das Ziel, ein möglichst korrektes Hüftgelenk zu "Bauen", oder das Hüftgelenk zu entfernen.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit mit dem Ziel längerer Beschwerdefreiheit ist die "Goldimplantation als Dauerakupunktur (GIAD)". Bei der GIAD, wie sie in unserer Praxis angewandt wird, werden unter Vollnarkose mittels spezieller Nadeln kleine Stückchen reinen Goldes an Akupunkturstellen (nach traditionell chinesicher Methodik - TCM) und an weitere anatomisch wichtige Stellen (nach westlich-europäischer Anatomielehre) gesetzt. Eine zusätzliche GIAD am hinteren Teil der Wirbelsäule (Lendenwirbel bis Kreuzbein) ist in den meisten Fällen unentbehrlich. Ziel der Goldimplantation ist eine rasch einsetzende Schmerzreduktion, die über Jahre anhält.
Der Nachbehandlung nach oben genannten Operationen kommt eine große Bedeutung zu. Muskeln, Sehnen, Knochen und Bänder - meist seit Monaten bis Jahren falsch beansprucht - müssen sich an neue Belastungen gewöhnen, und dafür brauchen sie Zeit!! Mindestens 2 Wochen lang sollte der Patient vom Besitzer an kurzer Leine geführt werden und individuelle Bewegungen trainieren. Unterstützend wirken in dieser Phase Massagen, Krankengymnastik und Magnetfeldtherapie. Die Nachbehandlung muss genau wie der chirurgischen Eingriff in jedem Einzelfall mit dem Besitzer abgesprochen werden.
Kleintierpraxis
Dr. Ulrich Hecking-Veltman
Dr. Julia Hecking-Veltman
Fachtierärztin für Kleintiere
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